Pressebericht vom 03.11.2009

Telgter Dächer für Telgter Bürger ein Erfolgskonzept

Informationsveranstaltung der Telgter Bürgerenergie-Genossenschaft sehr gut besucht / Beuse: „Ökonomische und ökologische Vorteile vereint“

Umweltfreundliche Stromerzeugung mit einer Photovoltaikanlage gepaart mit einer attraktiven Rendite: Das ist ein Konzept, das viele Telgter bewegt. Zu einer Informationsveranstaltung der „Telgter Bürgerenergie-Genossenschaft“ (TBE) kamen über 180 Interessierte im Bürgerhaus zusammen.

„Geben Sie einer guten Sache den nötigen Schub“, warb Gerhard Bröcker, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der TBE und Vorstandsmitglied der Vereinigten Volksbank, bei den Anwesenden für das Projekt. Dabei arbeiten die Bank sowie die Stadt und die Stadtwerke ETO Hand in Hand, um auf den rund 17.000 Quadratmeter großen kommunalen Dachflächen etwa ab Frühsommer 2010 Sonnenenergie in bare Münze umzuwandeln.

Davon profitieren in erster Linie die Bürger, denn die haben ab sofort die Gelegenheit, sich an der Genossenschaft zu beteiligen. Mitgliedsanteile gibt es von 500 bis 20.000 Euro in 500er-Schritten. „Das bietet die Voraussetzung, dass sich möglichst viele Bürger – auch mit kleinen Summen – beteiligen können und die Telgter Dächer direkt wieder den Telgtern zugute kommen“, betonte Volksbank-Vorstandsmitglied Friedhelm Beuse, zugleich Vorstandsmitglied der TBE.

Friedhelm Beuse (Vorstand), Dr. Christian Degenhardt Bereichsleiter des RWGV,
Matthias Partetzke (Vorsitzender der iNeG), Otto Fendt (Aufsichtsrat), Manfred Huesmann (Vorstand), Winfried Münsterkötter (Vorstand), Reinhold Ginski (Stadtverwaltung) und Gerhard Bröcker (stellv. Aufsichtsratsvorsitzender).
Es fehlt: Michael B. Ludwig (Aufsichtsrat).

Um das Projekt auf eine solide technische und wirtschaftliche Basis zu stellen hat die Bürgerenergie-Genossenschaft Matthias Partetzke vom Ingenieur-Netzwerk-Energie gewinnen können. Er und seine Mitarbeiter haben bereits 32 kommunale Dächer und Dachteile eingehend auf ihre Eignung untersucht und klassifiziert.

Deutlich mehr als die Hälfte davon sind bestens für die Photovoltaikanlagen geeignet. Mit diesen Premium-Dächern startet die Bürgerenergie-Genossenschaft. Etwas mehr als 1,5 Millionen Euro hat das Ingenieur-Netzwerk als Investitionssumme veranschlagt, um diese Dachflächen mit hochwertigen Modulen zu belegen.

Nach den Berechnungen der Experten können damit jährlich rund 192.000 Euro Erlöse über die Einspeisung des erzeugten Stroms in das Netz erzielt werden. Die Grundlage dafür ist das Erneuerbare-Energie-Gesetz, das eine feste Einspeisevergütung für 20 Jahre zuzüglich des Jahres der Installation garantiert.

„Wir haben sehr vorsichtig kalkuliert und sehen eine Rendite zwischen fünf und sechs Prozent als realistisch an“, sagte Partetzke, der eine Wirtschaftlichkeitsberechnung vorstellte. Eindeutige Maxime der Bürgerenergie-Genossenschaft ist es dabei, mit einer soliden und ausgereiften Technik eine langfristig Rendite zu erzielen, statt auf kurzfristige Gewinnmaximierung zu setzen.

Dass aber nicht nur wirtschaftliche Überlegungen bei einem Investment in eine solche Photovoltaikanlage eine Rolle spielen sollten, das stellten alle Redner bei der Infoveranstaltung deutlich heraus. Denn: Mit den Anlagen auf den kommunalen Dächern können mehr als 290 Tonnen Kohlendioxid im Jahr gespart werden.

„Die Verwaltung ist der Überzeugung, dass eine solche Bürgerenergie-Genossenschaft perfekt geeignet ist, eine breite Beteiligung zu erreichen“, freute sich Baubereichsleiter Reinhold Ginski über den gelungenen Start des Projektes. Ebenfalls von Beginn an mit im Boot sind die Stadtwerke ETO. „Wir sehen als Energieversorger absolut die Notwendigkeit, in diesem Bereich etwas zu tun“, sagte Geschäftsführer Otto Fendt. „Die TBE passt als Genossenschaft natürlich sehr gut zu uns und verbindet ökologische und ökonomische Vorteile“, stellte zudem Volksbank-Vorstand Friedhelm Beuse heraus.

Auf Satzungsfragen ging bei der Veranstaltung Dr. Christian Degenhardt vom Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbandes ein, der die Gründung rechtlich betreut hatte. „Eine Mitgliedschaft ist kein kurzfristiges Investment, sondern auf eine Dauer von mindestens fünf Jahre angelegt“, betonte er dabei.

Mitglied werden können Interessierte sowohl in der Volksbank als auch bei den Stadtwerken.
 

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