Pressebericht vom 21.10.2009

aus Westfälische Nachrichten:

Rendite durch die Sonne
Telgter Bürgerenergie-Genossenschaft offiziell gegründet

Telgte - Wenn das kein Zeichen ist: Die Sonne lachte über Telgte, als am Dienstagnachmittag im Rathaus die Gründungsversammlung der Telgter Bürgerenergie-Genossenschaft stattfand. Damit ist der Weg frei für eine Nutzung der rund 17 000 Quadratmeter großen Dachflächen der Stadt durch die Genossenschaft, die dort Photovoltaikanlagen installieren will.

Jeder Bürger sowie Betriebe aus der Stadt oder Personen, die ihren Arbeitsplatz in Telgte haben, sind berechtigt, Anteile an der Genossenschaft zu kaufen. Die Mindestbeteiligung ist ein Geschäftsanteil in Höhe von 500 Euro. Maximal 20 000 Euro können von einer Personen investiert werden.

In seiner Begrüßung erinnerte Bürgermeister Dr. Dietrich Meendermann an die verschiedenen Maßnahmen der Stadt, sich als klimafreundliche Gemeinde innerhalb des European-Energy-Award zu profitieren. Die Gründung der Bürgerenergie-Genossenschaft sah Meendermann als wichtigen Baustein in diesem Gesamtkonzept an.

Zugleich sieht er darin für jeden Bürger die Chance, etwas für den Klimaschutz zu tun und dabei durch die Ausschüttung einer Dividende sogar noch am Jahresende zu profitieren. „Das Modell wird von drei starken Pfeilern getragen, die sich und ihr Fachwissen einbringen“, stellte er auf die Beteiligung der Vereinigten Volksbank, der Stadtwerke ETO und der Stadt ab.

„Das ist eine vernünftige Sache“, war sich auch Otto Fendt, Geschäftsführer der Stadtwerke ETO, sicher. Auf der Basis eines Zusammenarbeitsvertrages wird sich das Unternehmen in das Projekt einbringen. Die Stadtwerke investiert allerdings nicht selbst in Solaranlagen, sondern erbringen Dienstleistungen wie etwa die Abrechnung der eingespeisten Mengen in das öffentliche Netz.

Foto aus WN: Große Hüttmann
Die Telgter Bürgerenergie Genossenschaft wurde im Rathaus von
Privatpersonen und Vertretern der Stadt, der Volksbank und der
Stadtwerke ETO gegründet. Foto: Große Hüttmann

Friedhelm Beuse, Vorstandsmitglied der Vereinigten Volksbank, erläuterte das Grundkonstrukt einer Genossenschaft, das sich über Jahre hinweg bewährt habe und für Kooperation, Flexibilität und regionale Kompetenz stehe.

Einen Dank sprach er dem Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverband aus, der die Bürgerenergie begleite. Dr. Christian Degenhardt, Vertreter des RWGV, stand als Rechtsberater zur Seite.

Das Besondere an der Telgter Bürgerenergie Genossenschaft aber sei, dass die Telgter Dachflächen öffentlicher Gebäude den Telgter zur Verfügung stünden.

Ganz deutlich machte er bei der Gründungsversammlung, dass es sich bei einer Beteiligung an der Genossenschaft um eine „längerfristige unternehmerische Investition in die Sonne“ handele. „Das ist kein Bundesschatzbrief, der eine feste Rendite garantiert“, sagte er. Gleichwohl würden seiner Meinung nach die Chancen die Risiken eindeutig überwiegen. Eine Rendite von fünf bis sechs Prozent jährlich - so ein Gutachter - sei durchaus möglich.

Bei den anschließenden Wahlen wurde Bürgermeister Dr. Dietrich Meendermann zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates gewählt. Sein Stellvertreter ist Gerhard Bröcker. Diesem Gremium gehören weiterhin Michael B. Ludwig und Otto Fendt an. Den Vorstand der Genossenschaft bilden Friedhelm Beuse, Winfried Münsterkötter und Manfred Huesmann.

Die Gründungsversammlung war nur der formelle Auftakt. Bei einer Informationsveranstaltung am Montag, 2. November, um 19 Uhr im Bürgerhaus wird es um die Details gehen. Neben Wirtschaftlichkeitsberechnungen wird dann auch das Beteiligungsmodell vorgestellt.

Eine Zeichnung von Anteilen ist erst auf oder nach dieser Veranstaltung möglich.
 

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